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Aristoteles (384–322 v. Chr.)

Vorstellungen von Idealen beschäftigten ihn wie die Platoniker, wenn er etwa in der Kugel den vollkommenen Körper definierte und vom idealen Körper auf die Gestalt der Materie im Kleinen wie im Großen schloss. Aristoteles schrieb dezidiert über Ethik, politik, den Bereich menschlicher Erfindungen von Welten (die Poetik) und die Logik – wobei er statt der platonischen Dialoge weitblickend konzipierte Übersichtswerke vorlegte. Aristoteles ordnete wissen und drang auf dessen systematische Vermehrung.In der aristotelischen Philosophie sollte Zweifeln eine weit geringere Bedeutung gewinnen. Physik und Metaphysik wurden die Bereiche der (naturwissenschaftlichen) Welterkenntnis. Seine Schriften systematisierten und schufen im selben Moment Vorstellungen davon, wie Dinge dort gestaltet sein mussten, wo man (wie in den Mikro- und Makrokosmos) nicht mehr mit Anschauung hinkam, respektive dort zu gestalten waren, wo wir Kunstwerke schüfen.

Aristoteles entfaltete einen weit größeren in den Systembildungen, zu denen das Christentum wie der Islam im Versuch, universelle Philosophien aufzubauen, schließlich ausschritten.Platon entfaltete den größten Einfluss auf die Frühgeschichte des Christentums.



Von Comte bis Mach und den Wiener Kreis: Positivismus

(Siehe eingehender den Artikel Positivismus).

Zu sehr war es verbunden mit dem französischen Beginn der positivistischen Philosophie als auguste Comtes (1798-1857) Projekt eines wissenschaftlichen Religionsersatzes.Der Positivismus wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts als erkenntnistheoretische Position interessanter. Das länger schon kursierende Wort fand sich zu diesem Zeitpunkt noch immer gemieden.

Unsere Modelle sind dabei so beschaffen, dass sich befriedigend mit ihnen rechnen lässt. Atome sind Teil einer solchen Modellannahme, sie entziehen sich mit ihren Atomkernen und um diese kreisenden Elektronen jeder Wahrnehmung; die beste Optik hilft uns da nicht weiter, da ein Lichtstrahl bereits zu grob ist, um ein Atom in seinen Einzelteilen sichtbar zu machen. Am Ende stünden Modellannahmen. Wir gingen mit Empfindungen um – wobei offen bleiben konnte, ob sie geträumt oder von Materie erzeugt würden. Die Einstufung „Positivismus“ verdienten die neuen in der Physik beheimateten Denkrichtungen, da sie von lediglich einer Realität ausgingen – der des positiv nachweisbaren.„Empiriokritizismus“ war das Wort das Ernst Mach (1838-1916) für die neue Strömung zu prägen suchte. Gegenüber den Empirismus entfiel mit der neuen Theorie das Insistieren auf der Abbildung der Außenwelt im Bewusstsein. Gegenüber dem marxistischen Materialismus entfiel die Setzung, dass alles, womit wir umgingen, eine materielle Basis haben sollte, gegenüber den Idealisten die suche nach Wahrheit hinter den Erscheinungen. „Positiv“ war dabei nicht anders gemeint als im Rahmen einer medizinischen Untersuchung, bei der man vom „positiven Befund“ spricht, wenn ein Nachweis, etwa eines bestimmten Krankheitserregers, unter vorab definierten Bedingungen gelingt. Was sie verursachte, war Gegenstand der Modellbildung. Physik würde unter der neuen Theorie mit „als ob“-Setzungen betrieben: Unsere Datenlage kann sich so verhalten, „als ob“ es da Materie gäbe. Was Materie wiederum sei, würde man in Versuchen klären müssen. Wir machen Versuche und entwerfen Atommodelle, die mit ihnen Vereinbar sind.

Mit dem neuen Positivismus stand die Option im Raum, nicht länger nach einem uns plausiblen anschaulichen Bild der Welt zu suchen, sondern strikt Rechen- und Modellräume zu konzipieren, in denen sich Datenlagen „ökonomisch“, mit geringem Aufwand an Annahmen, verarbeiten ließen.Die erkenntnistheoretischen Erwägungen, die Heinrich Rudolf Hertz (1856-1894) und Ernst Mach ihren physikalischen Arbeiten mit auf den Weg gaben, gingen in der Chronologie den Revolutionen voran, die mit Niels Bohrs (1885-1962) Atommodell, mit Albert Einsteins (1879-1955) Relativitätstheorie und mit der Heisenbergschen Unschärferelation folgten. Einstein schrieb Mach spät noch, dass die Relativitätstheorie kaum ohne dessen Philosophie denkbar gewesen wäre.

Hier beurteile also ein Interpretationsergebnis die Interpretation, und wie sollte man da beweisen, was gerade an einer irgendeiner Erklärung „denkökonomisch“ sei? Das empfand das Subjekt, das selbst nach diesem Prinzip behauptet wurde. Das Subjekt machte sich doch erst als Teil der Masse der Empfindungen bemerkbar, es war selbst Ergebnis und Gegenstand der „Analyse der Empfindungen“. Die Frage nach dem Subjekt, das ein Prinzip wie das der „Denkökonomie“ beherzigte, blieb ungeklärt.Aus traditionell erkenntnistheoretischer Sicht blieben die Darlegungen, die Hertz und Mach veröffentlichten, prekär. Damit, dass unser Bild der Welt aus Modellannahmen bestünde, konnten Empiristen wie Idealisten umgehen. Das alles war aus dialektisch materialistischer Sicht unbefriedigend durchdacht, schlechter als jede klare Entscheidung – so die marxistischen Materialisten rund um Lenin (1870-1924), die im Empiriokritizismus einen verkappten Rückfall in den Solipsismus, einen für den Kapitalismus typischen „bürgerlichen Relativismus“, sahen.




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