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Ähnlich wie die Kreolsprachen lassen sich auch die meisten Plansprachen nicht oder nur schwer genetisch klassifizieren, obwohl man deren Ursprung natürlich genau kennt. Deshalb unterlässt man auch meist eine Klassifizierung, durch die wenig gewonnen wäre, aber viel Verwirrung gestiftet werden könnte.



Genetisch nennt man in der Linguistik die Verwandtschaft von sprachen, die sich aus einer gemeinsamen Ur- oder Gemeinsprache herleiten lassen. Genetisch verwandt sind zwei sprachen demnach, wenn sie genug gemeinsame Züge aufweisen, dass sowohl die Wahrscheinlichkeit einer in jeder der beiden sprachen unabhängigen Entstehung dieser Züge als auch die Wahrscheinlichkeit einer Entlehnung (sei es aus einer der beiden Sprache in die andere oder aus jeweils einer dritten Sprache) minimal ist. Die Möglichkeit eines Nachweises, dass zwei sprachen nicht verwandt sind, ist nicht gegeben. Genetisch verwandte sprachen fasst man zu Sprachfamilien zusammen. Diese werden über das Merkmal der gemeinsamer Neuerungen (z.B. in der Wortbildung, Flexion) definiert. Keinesfalls darf man den Begriff so auffassen, dass die Sprecher von genetisch verwandten sprachen auch im biologischen Sinne verwandt sind.



Dem Konzept der genetischen Sprachverwandtschaft völlig entziehen sich die Kreolsprachen, weshalb sie auch von einer eigenen Unterabteilung der Linguistik, nämlich der Kreolistik untersucht werden.




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