Personalpronomen
Das historische Japanisch kennt genaugenommen gar keine Personalpronomen. Noch heute ist es üblich, von sich selbst mit dem eigenen Namen oder der Stellung gegenüber dem Gesprächspartner zu reden. Genauso kann man den Gesprächspartner im Satz mit dessen Namen bezeichnen.
Boku (å) und ore (俺) sind weitere informellere Wörter, die "ich" bedeuten und ausschliesslich von Männern verwendet werden, dazu kommen dialektale Ausdrücke.).Für die selbstbezeichnung gibt es eine Reihe von Ausdrücken, die von "selbst" oder "persönlich" abgeleitet sind. Eines dieser Wörter ist watakushi (ç§; wörtlich "privat") das die höchste Höflichkeitsstufe im modernen Japanisch für "ich" darstellt und eine Reihe von informellen Verkürzungen kennt (watashi; atashi; ashi usw.
Ob jemand Single ist, fragt man also mit "kare / kanojo ga imasu ka?" (âExistiert ein Freund/eine Freundin?â).Wo im Deutschen immer das Personalpronom nötig ist, um zu bezeichnen, um wen es geht, wird es im Japanischen eher weggelassen und aus dem Kontext geschlossen, um wen es eigentlich geht. Was in Japanisch-Lehrbüchern als Personalpronomen aufgeführt wird, hat in der japanischen Umgangssprache leider ganz andere verwendungen. Mit kare (å½¼, höflicher kareshi å½¼æ°) und kanojo 彼女 ist immer der Freund und meistens die Freundin gemeint.
Das direkte Anreden von unbekannten oder höhergestellten Erwachsenen mit anata ist ausgeschlossen!. Es stammt von einer gleichnamigen Anrede von Frauen für ihre Ehemänner.".. in Hinweisschildern und Durchsagen: "Bitte benutzen Sie die Yamanote-Linie bis zur Station Shinjuku und steigen Sie dann.anata ããªã Ist das einzige im aktuellen Japanisch verwendete Wort mit der Bedeutung "du", das in neutralen Zusammenhängen als "Sie" gebraucht werden kann z.B..
Beispiele dafür sind:.Weiterhin ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass ehemalige sehr höfliche Sie-Wörter in der Geschichte der Sprache oft unhöflich geworden sind.
- kimi å ursprünglich Bezeichnung für den Tenno (ookimi 大å) in der Edo-Periode, jetzt Ausdruck für "du" in der Männersprache
- omae ãå (ehrenhafter Gegenüber) früher Sie, jetzt "hey du!" (Ausruf, unhöflich) oder im vertrauten Zusammenhang ein einfaches "du" (ebenfalls Männersprache)
- kisama è²´æ§ (ehrenwerter hochverehrter Herr) bedeutet in heutiger verwendung ironischerweise "du Arschloch"
Siehe auch: Geschlechtsunterschiede im gesprochenen Japanisch.
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